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Ein kleines Missverständnis ​

Jack goes shopping in Germany and learns that some German words are dangerous little traps.

📖 Level A2 · ~750 words. Tap or hover an unterstrichenes Wortunderlined word to see the English meaning. Read the whole story first — you'll understand more than you think.

Jack kommt aus England. Er wohnt seitsince / for drei Monaten in Deutschland und lernt fleißigdiligently Deutsch. Er kann schon viel sagen, aber manchmal macht er lustigefunny Fehlermistakes. Denn im Deutschen gibt es falsche Freundefalse friends — Wörter, die wie englische Wörter klingensound like, aber etwas ganz anderes bedeutenmean. Jack liebt Deutschland, aber diese Wörter machen ihm das Leben oft schwer.

Heute hat seine Freundin Lena Geburtstag. Jack möchte ihr etwas Schönes kaufen. Er geht in ein kleines Geschäftshop / store in der Stadt. Hinter der Thekecounter steht eine freundliche Verkäuferinshop assistant. Sie sieht Jack und lächeltsmiles. „Guten Tag! Kann ich Ihnen helfen?"

„Guten Tag!", sagt Jack. „Ich suche ein Giftpoison — not a gift! für meine Freundin."

Die Verkäuferin macht große Augenis wide-eyed. „Ein... ein Gift?", fragt sie erschrockenalarmed. „Für Ihre Freundin?"

„Ja, genauexactly!", sagt Jack und lächelt. „Etwas Schönes. Sie hat heute Geburtstag."

„Um Himmels willen!good heavens!", ruftcries out die Verkäuferin. „Sie wollen Ihre Freundin doch nicht vergiftenpoison?"

Jack versteht nichts. „Vergiften? Nein! Ich will sie feierncelebrate!"

Plötzlichsuddenly muss die Verkäuferin lachen. „Ach sooh, I see! Ich glaube, ich verstehe. Im Englischen heißt ‚gift' ein Geschenkpresent, oder?"

„Ja!", sagt Jack. „Ein Gift ist ein Geschenk."

„Nein, nein", sagt sie freundlich. „Das ist ein falscher Freund. Auf Deutsch bedeutet ‚Gift' etwas ganz anderes. Gift ist sehr gefährlichdangerous — man kann damit sogareven einen Menschen tötenkill!" Sie macht eine kleine Gestegesture und hält sich den Halsthroat / neck.

„Oh nein!", ruft Jack. „Dann möchte ich kein Gift! Wie sagt man das richtig?"

„Sie suchen ein Geschenk", sagt die Verkäuferin. „Ein Geschenk für Ihre Freundin."

„Ein Geschenk!", wiederholtrepeats Jack. „Entschuldigung! Ich möchte meine Freundin nicht töten. Ich mag sie doch sehr!"

Beide lachen laut.

„Sie sind sehr geduldigpatient", sagt Jack. „Danke, dass Sie nicht bösecross / angry sind."

„Aber nein!", sagt die Verkäuferin. „Sprachen sind schwer. Ich mache im Englischen auch viele Fehler. Diesen Fehler mit dem Gift machen übrigensby the way viele Ausländerforeigners. Also, was möchten Sie denn bekommenget / receive — not become!?"

Jack überlegtponders. ‚Bekommen'... das klingt doch genau wie ‚become'! Er lächelt stolzproudly und sagt: „Eines Tagesone day / someday möchte ich ein echterreal / true Deutscher bekommen!"

Die Verkäuferin lacht wieder. „Ein Deutscher... bekommen? Das geht leiderunfortunately nicht! Sie meinenmean / intend sicher ‚werdento become'. ‚Bekommen' ist auch ein falscher Freund."

„Wirklich?", fragt Jack.

„Ja. ‚Bekommen' klingt wie ‚to become', aber es bedeutet ‚to get' oder ‚to receive'. Wenn Sie im Restaurant sagen ‚Ich bekomme ein Schnitzel', dann heißt das: Sie möchten ein Schnitzel essen. Sie werden natürlichof course kein Schnitzel!"

Jack lacht so laut, dass andere Kundencustomers sich umdrehenturn around. „Das ist ja verrücktcrazy! ‚Bekommen' ist ‚to get', und ‚werden' ist ‚to become'. Also: Wenn ich ein Bier bekomme, dann trinke ich es. Ich werde kein Bier!"

„Ganz genau!", sagt die Verkäuferin und nicktnods. „Sie lernen schnell. Deutsch ist wirklich vollerfull of Fallentraps, aber Sie fallen nicht mehr hinein."

„Also gutalright then", sagt Jack. „Jetzt suchen wir zusammen ein Geschenk — kein Gift! Wie wäre es mithow about Blumen? Oder mit einem Buch?"

„Oder mit Pralinenchocolates?", fragt die Verkäuferin.

„Pralinen sind perfekt!", ruft Jack. „Lena liebt Schokolade über allesabove all else."

„Sehr gut", sagt die Verkäuferin. „Einen Moment, ich frage kurz meinen Chefboss, obwhether wir das Geschenk gratis einpackenwrap up."

Jack schaut sich umlooks around. „Sie haben hier einen Kochcook? In einem Geschenkladengift shop?"

Die Verkäuferin lacht schon wiederyet again. „Nein, nein! ‚Chef' bedeutet nicht ‚cook'. Ein Chef ist der Boss. Und der Koch — das ist die Person in der Küche."

„Nicht schon wieder!", ruft Jack und schlägt sich lachend an die Stirnlaughing, slaps his forehead. „Wie viele falsche Freunde gibt es denn noch?"

„Sehr, sehr viele", sagt die Verkäuferin. „Aber Sie lernen jeden Tag einen neuen dazu."

Dann holt sie eine schöne Schachtelbox Pralinen und verpacktwraps sie in buntescolorful Papier. „Bitte schönhere you go. Das machtthat comes to zwölf Euro."

Jack bezahltpays und bekommt sein Geschenk. „Sehen Sie!", sagt er. „Jetzt benutzeuse ich ‚bekommen' richtig. Ich bekomme ein Geschenk — und ich werde kein Schnitzel!"

„Perfekt!", sagt die Verkäuferin und klatschtclaps in die Hände.

„Darf ich Ihnen einen Tipptip / piece of advice geben?", sagt sie noch. „Wenn Sie ein Wort nicht kennen, fragen Sie einfachsimply / just. Die meistenmost Deutschen helfen gerngladly / willingly."

„Das mache ich", sagt Jack. „Heute habe ich viel gelernt — und ich habe auch viel gelacht."

An der Tür dreht Jack sich noch einmal um. „Vielen Dank für Ihre Hilfe! Heute lerne ich drei wichtige Wörter. Und meine Freundin bleibt gesundhealthy!"

Die Verkäuferin lacht. „Viel Spaßhave fun auf der Geburtstagsfeierbirthday party! Und keine Sorge — bald sprechen Sie perfekt Deutsch."

„Danke! Eines Tages werde ich ein echter Deutscher", sagt Jack. „Ich werde einer — ich bekomme keinen!"

„Und heute Abend erzähletell / recount ich Lena die ganze Geschichte", sagt er noch. „Sie wird bestimmtdefinitely lachen!"

Beide lachen. Dann geht Jack glücklichhappy nach Hause. In seiner Taschebag / pocket ist ein schönes Geschenk für Lena. Und zum Glückluckily / fortunately kein Gift.

Sprachtipps ​

A few sentences from the story, and the grammar behind them — this is where the reading connects to the grammar you're learning.

Gift ist sehr gefährlich — man kann damit sogar einen Menschen töten

False friend: das Gift. It looks like the English word gift, but it means poison — an English gift (a present) is „das Geschenk". So when Jack says he wants „ein Gift" for his girlfriend, he is unknowingly asking for something deadly.

Jack bezahlt und bekommt sein Geschenk.

False friend: bekommen vs. werden. „bekommen" sounds like become, but it actually means to get / to receive — here Jack simply receives his present. The verb for to become is „werden", so „Ich bekomme ein Schnitzel" means I am getting a schnitzel, not turning into one.

Jack möchte ihr etwas Schönes kaufen.

Modal verb. With a modal like „möchten" (would like), the modal is the second element and the main verb jumps to the end as an infinitive: möchte … kaufen. See Modal & Separable Verbs.

Er geht in ein kleines Geschäft in der Stadt.

Two-way preposition: in. „in" takes the Akkusativ for movement (Wohin?) and the Dativ for a fixed location (Wo?). Both appear in this one sentence: Jack moves into the shop — in ein kleines Geschäft (Akkusativ) — while it sits in der Stadt (Dativ). See Two-Way Prepositions.

Dann geht Jack glücklich nach Hause.

Word order — the verb stays second. When something other than the subject comes first (here „Dann" = then), the conjugated verb still stands in position 2, and the subject follows it: Dann geht Jack… — never „Dann Jack geht".