Appearance
Die Begegnung im Zug ​
A five-hour train ride, a stranger, some homemade cookies, and a shared favorite book.
📖 Level A2 · ~830 words. Tap or hover an unterstrichenes Wortunderlined word to see the English meaning. Read the whole story first — you'll understand more than you think.
Es ist frühearly am Morgen. Der Zug von Hamburg nach München ist fast voll. Sofia sucht ihren Platz. Sie hat einen Fensterplatzwindow seat reserviert — Wagen 8, Platz 42.
Am Tisch sitzt schon ein älterer Mann. Er hat weiße Haare und eine kleine Brilleglasses. Vor ihm liegt eine Zeitungnewspaper.
„Guten Morgen", sagt Sofia leisequietly. „Ist der Platz hier freifree, available?"
„Guten Morgen! Ja, natürlichof course. Bitte, setzen Sie sich", antwortetanswers der Mann freundlich.
Sofia setzt sich ans Fenster. Sie holttakes out ein Buch aus ihrer Taschebag. Der Mann liest weiter. Am Anfang sagen sie nichts. Der Zug fährt losdeparts.
Draußenoutside wird die Stadt langsam kleiner. Bald sieht Sofia nur noch Felderfields, Bäumetrees und kleine Dörfervillages. Der Himmel ist grau, aber es regnet nicht.Nach einer Weilewhile legt der Mann seine Zeitung zur Seiteaside. „Eine lange Reisetrip, journey heute", sagt er. „Fahren Sie auch bis München?"
„Ja", sagt Sofia. „Fünf Stunden. Ich besuchevisit meine Schwester. Sie wohnt jetzt dort und arbeitet in einem Krankenhaushospital."
„Ah, wie schön. Ich fahre auch nach München — zu meiner Enkelingranddaughter. Sie hat nächste Woche Geburtstag." Der Mann lächeltsmiles. „Ich heiße übrigensby the way Klein. Herr Klein."
„Ich bin Sofia. Freut michnice to meet you!"
„Reisen Sie oft mit dem Zug, Sofia?", fragt Herr Klein.
„Ziemlichquite, fairly oft. Ich mag den Zug. Man kann lesen, aus dem Fenster schauen oder einfachsimply, just entspannenrelax. Fliegen mag ich nicht so gern."
„Da bin ich ganz Ihrer Meinungopinion", sagt Herr Klein. „Im Zug hat man Zeit. Und manchmalsometimes trifftmeets man nette Menschen." Er lacht leise.
„Und was machen Sie in Hamburg, Sofia? Studieren Sie?", fragt er.
„Ja, ich studiere Medizin, im dritten Jahr. Es ist viel Arbeit, aber ich liebe es. Meine Schwester ist auch Ärztinfemale doctor — darumthat is why besuche ich sie so gern. Wir redentalk, chat dann stundenlangfor hours."
„Zwei Ärztinnen in der Familie! Ihre Elternparents sind bestimmtsurely, certainly stolzproud", sagt Herr Klein.
„Das sind sie", sagt Sofia und lächelt. „Und Sie? Haben Sie eine große Familie?"
„Nicht sehr groß. Einen Sohn, seine Frau und die kleine Enkelin. Sie ist sechs und sehr klugclever. Immer stellt sie tausend Fragen." Herr Klein lacht. „Aber genauexactly das mag ich."
Der Schaffnerticket inspector kommt und kontrolliertchecks die Tickets. Sofia sucht kurz in ihrer Tasche, dann findet sie ihr Ticket. „Danke, gute Fahrt", sagt der Schaffner und geht weiter.
Herr Klein holt eine kleine Dosetin, box aus seiner Tasche. „Möchten Sie einen Kekscookie? Meine Frau backtbakes sie selbstherself. Sie sind wirklich gut."
„Oh, gern. Danke schön!" Sofia nimmt einen Keks. „Mmh, der ist leckertasty! Mit Zimtcinnamon, oder?"
„Genau, mit Zimt. Das ist ihr Geheimrezeptsecret recipe", sagt Herr Klein und zwinkertwinks. „Meine Frau kann leiderunfortunately nicht mehr so viel reisen. Darum fahre ich alleinalone. Aber die Kekse fahren immer mit."
Sofia lächelt. „Das ist schön. Meine Großmuttergrandmother hat auch immer gebacken. Ich denke oft an sie."
Sie schauen beide kurz aus dem Fenster. Ein Flussriver glitzertglitters in der Sonne. Jetzt kommt sogareven ein bisschen blauer Himmel.
„Was lesen Sie da eigentlichactually?", fragt Herr Klein und zeigt auf Sofias Buch.
Sofia hält das Buch hoch. „Es heißt ‚Die Reise nach Norden'. Kennen Sie es?"
Herr Klein macht große Augenhis eyes go wide. „Ob ich es kenne? Das ist mein Lieblingsbuchfavorite book! Ich habe es dreimal gelesen. Die Stellepassage, part am Meersea, ganz am Ende — wunderbarwonderful, oder?"
„Ja!", ruftcalls out Sofia. „Genau die Stelle mag ich am meistenthe most! Das ist ja ein Zufallcoincidence."
„So ein schöner Zufall", sagt Herr Klein. „Wissen Sie, meine Enkelin liebt dieses Buch auch. Ich schenkegive as a gift es ihr jetzt zum Geburtstag."
Sie reden lange über das Buch, über die Figurencharacters und das Ende. Die Zeit vergehtpasses schnell. Draußen werden die Bergemountains größer. Sofia zeigt aus dem Fenster: „Schauen Sie, schon der Süden!"
„Ja, bald sind wir da", sagt Herr Klein. „Schadea pity eigentlich. Die Reise war heute gar nichtnot at all lang."
Der Zug wird langsamer. Eine Stimmevoice sagt: „Nächster Halt: München Hauptbahnhofmain station."
Sofia packtpacks up ihr Buch ein. Herr Klein nimmt seinen Koffersuitcase. „Es war sehr schön, mit Ihnen zu reden, Sofia", sagt er. „Grüßensay hi to Sie Ihre Schwester!"
„Danke, das mache ich. Und ich wünschewish Ihrer Enkelin alles Guteall the best zum Geburtstag!"
Der Zug hält. Die Türendoors öffnen sich. Auf dem Bahnsteigplatform ist es laut und voll.
„Also dann — kommen Sie gut nach Hause", sagt Sofia.
„Sie auch, Sofia. Und lesen Sie schöne Bücher!" Herr Klein winktwaves und geht langsam in Richtungdirection Ausgangexit.
Sofia steht noch einen Moment da. Sie kennt den Mann kaumhardly, und doch war die Reise heute etwas Besonderessomething special. Manchmal, denkt sie, sind fünf Stunden im Zug genugenough für eine kleine Freundschaftfriendship.
Dann sieht sie ihre Schwester am Ende des Bahnsteigs. Die Schwester winkt. Sofia winkt zurück und geht ihr entgegentowards her.
Sprachtipps ​
A few sentences from the story, and the grammar behind them — this is where the reading connects to the grammar you're learning.
Reisen Sie oft mit dem Zug, Sofia?
Formal address (Sie). Sofia and Herr Klein have only just met, so they use the polite „Sie", not „du". „Sie" is always written with a capital S, and its verb takes the same ending as for „sie" (they): reisen → Reisen Sie. In a yes/no question the verb comes first. See Pronouns.
Meine Frau kann leider nicht mehr so viel reisen.
Modal verb. The modal „kann" (from „können", can) is the conjugated verb in position 2, and the main verb „reisen" jumps to the end as an infinitive: kann … reisen. See Modal & Separable Verbs.
Ich habe es dreimal gelesen.
Perfekt (spoken past). German usually talks about the past with haben/sein + past participle. „habe" sits in position 2 and the participle „gelesen" (from „lesen") goes to the very end: habe … gelesen. See Perfekt.
Sofia setzt sich ans Fenster.
Two-way preposition (direction). „an" can take the Dativ or the Akkusativ. Here Sofia moves to the window — a direction (Wohin?) — so „an" takes the Akkusativ, and „an das" contracts to „ans": ans Fenster. See Two-Way Prepositions.
Sie holt ein Buch aus ihrer Tasche.
Preposition + Dativ. „aus" (out of) always takes the Dativ, whatever is happening. „Tasche" is feminine (die Tasche), so in the Dativ the possessive becomes „ihrer": aus ihrer Tasche. See Dative Prepositions.